12. Landesweiter Jugendvideowettbewerb
Die Gewinnerfilme 2009
Mitglieder der Jury:
Annett Freier, Latücht e.V., Neubrandenburg
Michael Sägebart, IfnM, Rostock
Florian Aigner, Cutter & Regisseur, Berlin
Katrin Wöller, Preisträgerin Vorjahr
Ronny Mehlhorn, Schloss Torgelow
Preise:
1. Preis: Die große Klappe - 500,00 €
Land in Sicht – Perspektive eines Autisten, doc., Anne Thomschke, Wismar, 45:00 min
Jurybegründung: Der Dokumentarfilm "Land in Sicht - Perspektive eines Autisten" von Anne Thomschke erzählt von Sebastian. Dieser ist selbst von der Krankheit betroffen, empfindet sich aber nicht als behindert, sondern vielmehr als ein Gefangener. Ein Unterschied, den der Film auf beeindruckende Weise erlebbar macht, indem er Sebastians Mutter und seinen Zivieldienstleistenden Alexander (den Bruder der Filmemacherin) erzählen läßt. Man glaubt Anekdoten aus dem Leben eines Kindes zu hören, und ist dann umso überraschter von Sebastians Gedankengut in Form von am Computer erstellten Texten: Das sind Worte eines Erwachsenen, der sich und seine Welt präzise reflektiert und zu einer eigenen Sprache, ja Poesie findet. Der Filmemacherin gelingt mit ihrem Film ein kleines Wunder. Sie bleibt auf Augenhöhe mit ihren Protagonisten und kommt ihm dabei so nahe wie irgend möglich. Berührend, ohne kitschig zu sein. Hoffnungsvoll, ohne zu beschönigen. Authentisch und einfach gut.
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2. Preis: Das dritte Auge - 250,00 €
Zu Spät, fic., Actionteam, IfnM, HRO, 06:24 min
Jurybegründung: Das Actionteam vom Institut für neue Medien aus Rostock erzählt mit dem Kurzfilm "Zu Spät" ein spannendes Rennen gegen die Zeit. Dabei kommt der Beitrag fast ohne Dialog aus und nutzt vielmehr die Kraft eindrucksvoller Bilder und abwechslungsreicher, jedoch harmonischer Kameraeinstellungen. So gelingt es dem Actionteam mittels flüssiger Montage den Zuschauer in die gestresste Lage des Protagonisten zu versetzen und ihn mitfiebern zu lassen.
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3. Preis: Der spitze Stachel - 150,00 €
Bukowina Style, doc., Junge Filmmschaffende WMWST, HST, 36:00 min
Jurybegründung: Der Preis "der Stachel" für die brisanteste, gesellschaftskritische filmische Aussage geht an "Bukowina Style" von jungen Filmschaffenden aus der Medienwerkstatt der Hansestadt Stralsund. Überzeugt hat die Schülergruppe in ihrem gemeinsamen mit ukrainischen Schülern gedrehten Roadmovie durch ihren authentischen Blick auf die ehemals multikulturelle Stadt Czernowitz in der Bukowina. Mit Enthusiasmus haben sich die jungen Filmemacher in dieses Abenteuer gestürzt. Sie haben es verstanden, in kurzer Zeit interessante Zeitzeugen zu finden, die ein lebendiges Bild der Bukowina zeichnen. Anhand dieser Schicksale konfrontieren die Schüler sich und den Zuschauer mit den Brüchen europäischer Geschichte und schaffen es, eine Brücke zur heutigen Generation zu schlagen. Unsere Anerkennung gilt besonders dem Interesse der jungen deutschen und ukrainischen Schüler, die ohne Ressentiments, mit viel Neugier aufeinander zugehen und ein Stück gemeinsamer Wurzeln freilegen. Dafür haben sie eine spannende und niemlas langweilige filmische Form gefunden.
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